Von Ainet in die Welt – Mag. Hermine Poppeller

Österreichische Botschafterin in Athen


Sie sandte bereits Grüße aus Seoul und Kanada in die Heimat, auch aus Ungarn, Polen, Lettland und der Ukraine: Derzeit lebt die österreichische Botschafterin Mag. Hermine Poppeller in Athen. Und wenn man sie fragt, was ihr außer der interessanten beruflichen Herausforderung am besten gefällt, dann zählt sie neben den freundlichen Menschen die faszinierende Landschaft ebenso wie die frischen Lebensmittel auf. Das haben Griechenland und Osttirol gemeinsam.  

Aufgewachsen in Osttirol führte das Studium der Germanistik und italienischer Philologie Hermine Poppeller zunächst nach Innsbruck. Es folgten berufliche Aufenthalte im Ausland, immer wieder mit Zwischenstationen in Wien.
Seit mehr als einem Jahr arbeitet die 62-Jährige als Botschafterin in Griechenland.

So kommt’s, dass Hermine Poppeller nicht mehr häufig in die Heimat kommt.
Doch sie kann sich durchaus vorstellen, „längere Zeiträume mal wieder in Osttirol zu verbringen, wenn ich irgendwann einmal nicht mehr aktiv tätig bin“, sagt sie und lacht. 

Heimweh kennt die 62-Jährige nicht. Aber: „Es gibt so etwas wie Sehnsucht, bestimmte Leute zu sehen, die Familie zu treffen“, sagt sie.
Es gebe auch eine Sehnsucht nach bestimmten Orten, im Frühling eine bestimmte Gegend zu sehen oder im Winter die Berge im Schnee.“ 

Bleiben – mit guter Bildung und schnellem Internet 

Was sie vermisst? „Osttirol ist eine wunderschöne Berglandschaft, die zu allen Jahreszeiten einen großen Reiz hat, und ich glaube das ist – wenn man vom Kapital einer Region spricht – ein großes Kapital.“ Osttirol sei nach wie vor eine Region, die sehr naturhaft erhalten ist im Vergleich zu vielen anderen Gegenden. Der Tourismus sei ja relativ sanft entwickelt worden und das sei auch eine große Chance für die Region. Es gelte, aus dem Nachteil der relativen geografischen Abgeschiedenheit den Vorteil einer Region mit hoher Lebensqualität zu machen. 

„Ich finde auch, dass in Osttirol einige Sachen in letzter Zeit sehr gut gemacht werden, zum Beispiel, dass man sehr großen Wert auf eine gute Ausbildung für junge Menschen legt.“ Auch spiele die Entwicklung des Breitband-Internets sicherlich eine große Rolle. Nicht nur für die Bildung, sondern damit die Leute auch dort bleiben und arbeiten können – verbunden mit der Welt.  

Dabei ist der Botschafterin die Heimat oft präsent: Wenn sie in ihrer Freizeit über Land fährt, durch Gebirgslandschaften und „auf diesen Gebirgsstraßen, denke ich mir – oh, solche Straßen gibt’s bei uns auch, und die Berge sind auch genauso hoch hier.“ Und was sie als Gewinn sieht: vor Ort die griechische Küche, das gute Olivenöl, die Kräuter und vor allem Fisch und das frische Gemüse. Sie bewundert die Menge an Sehenswürdigkeiten, die antiken Stätten: „Alles, was man so während der Schulzeit gelesen hat über das alte Griechenland – hier finden sich überall Zeichen dieser antiken Stätten und das ist fantastisch.“ Auch, dass Athen am Meer liege, verleihe der Stadt ein ganz besonderes Flair.  

Osttirol als Ganzes 

Als Germanistin, einer Frau der Sprachkultur, bemühe sie sich außerdem, die Autoren des jeweiligen Landes in deutscher oder englischer Übersetzung zu lesen, in dem sie sich gerade befände, „um dieses Land noch mehr zu erspüren und zu erfahren“. Weil sie sich jedoch beim Lesen hauptsächlich mit der politischen Situation des Landes beschäftige, sei die Liste der anderen Bücher, auch österreichischer Autoren, die sie lesen möchte, sehr lang.  

Sie könnten sie vielleicht zeitweilig zurückholen in die Orte der Kindheit, keinen bestimmten jedoch: „Orte, die man vermisst, sind natürlich auch immer mit der Erfahrung in der Kindheit verbunden“, sagt sie. „Aber Osttirol hat so viele schöne Plätze, schöne Täler. Jeder Ort ist anders, jedes Tal hat seinen eigenen Dialekt. Es ist Osttirol als Ganzes.“ 


Autorin:
Monika Hoeksema

© Mag. Hermine Poppeller

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