Kein Weg zurück

Unter dem Motto TRY OUT – FIND OUT testen zehn Jugendliche die Mobilität in Osttirol

Er ist dabei und „möchte ausprobieren, welches Verkehrsmittel für ihn infrage kommt, welches Fortbewegungs-Modell eine Lösung für ihn in der Region sein könnte“: Pascal Mair wohnt in der Gemeinde Thurn. Zur Berufsschule und in die Stadt – der 18-Jährige lernt Einzelhandelskaufmann – fährt er mit dem eigenen Auto, zwischendurch mit dem Bus. Sein Tipp: Der FLUGS ist vermutlich für mich die beste Lösung.“ Pascal ist einer von zehn Jugendlichen, die jetzt im Juni die Mobilität im Bezirk Lienz nach allen Möglichkeiten austesten. Je nach Bedarf stehen ihnen E-Bikes, FLUGS-Guthaben oder E-Scooter zur Verfügung. Das eigene Auto bzw. das Mama-Papa-Taxi soll in den kommenden vier Wochen stehenbleiben.


Für die Mobilität von morgen

„Wir planen jetzt die Mobilität von morgen“, sagt Mobilitäts- und Projektmanager Manfred Mair vom Regionsmanagement Lienz. Deshalb sei die Jugend so wichtig. Die kommenden Wochen würden zeigen, wo die Hürden und Herausforderungen lägen, um in Zukunft eine attraktive Mobilität im Bezirk zu gewährleisten. „Mit diesen Ergebnissen können wir künftige Projekte maßschneidern“, sagt Mair. Er spricht auch von „Faszination Mobilität“ und hat unter anderem mit der Arbeiterkammer Tirol als Hauptsponsor einen starken Partner für diesen Testmonat an seiner Seite.


Von der Theorie in die Praxis

Arbeiterkammerpräsident Erwin Zangerl war bei der Übergabe von E-Bike, Scootern und FLUGS-Guthaben in Lienz dabei: „Osttirol ist vom Nachdenken ins Vordenken gekommen, und damit hat der Bezirk die Chance, von der Theorie in die Praxis einzusteigen.“


Unterstützung erfährt das Projekt von #gemmason, eine Initiative von Vordenken für Osttirol, auch von Gemeinderätin Gerlinde Kieberl (Ausschussobfrau Umwelt der Stadt Lienz) sowie der Bezirksstellenobfrau der Wirtschaftskammer, Mag. Michaela Hysek-Unterweger. Sie ist überzeugt, „dass wir Mobilität künftig viel nachhaltiger leben werden, als es jetzt der Fall ist. Dies ist der erste Schritt.“

Von der Sicherheit zum Spaßfaktor

Ob die Jugendlichen nun in den kommenden Wochen mit Bus, Bahn, Gemeindemobil, Anrufsammeltaxi oder zu Fuß, mit dem E-Scooter oder dem E-Bike unterwegs sein werden – sie werden alles genau dokumentieren. Kriterien wie Preis-Leistung, Komfort und Sicherheit berücksichtigen sie dabei ebenso wie Zeitaufwand, Gepäcktransport, Verfügbarkeit, Benutzerfreundlichkeit – bis hin zum Spaßfaktor. Ausgewertet werden die Fragebögen bis zum Herbst. Welche Erfahrungen die zehn jungen Osttiroler machen, lässt sich schon jetzt in den sozialen Medien mitverfolgen: unter #sharedidrum.

Immer nach vorn

Die FLUGS-Guthaben stellt die RegionalEnergieOsttirol zur Verfügung: „Wir sind gespannt auf das Feedback“, sagt Nadine Stauder. Sie wünscht sich noch mehr junge Fahrer.  Die E-Bikes stellt „Sport 2000 Sunny“ in Sillian zur Verfügung. Die E-Scooter hat Werner Zanier von fitstore24 aus Nußdorf-Debant geliefert. Sie werden von der Arbeiterkammer Tirol gesponsert. Werner Zanier findet als österreichischer Marktführer für E-Bikes zahlreiche Lösungen und Beispiele, „die eine Share-Lösung sinnvoll machen“. Sogar im ländlichen Raum. Sogar für Menschen, die hoch oben in Seitentälern leben. „Perfekt. Hier nutzt du die Rekuperation und hast gleich wieder mehr Kilometer. Das Auto lädt ja beim Herunterfahren“, lacht er und sagt: „Es gibt einfach keinen Weg zurück.“


Autorin:
Monika Hoeksema


© ARGE Vordenken für Osttirol/Bachmann E.



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